Ammonium

Definition:
Ammonium ist eine anorganische Stickstoffverbindung, die u. a. beim biologischen Abbau, organischer Stickstoffverbindungen (z.B. Eiweiße) entsteht. Ammonium und Ammoniak stehen in einem Gleichgewicht zueinander. Dieses Gleichgewicht hängt vom pH-Wert des Wassers ab. Steigt der pH-Wert an, verschiebt sich das Verhältnis zum giftigen Ammoniak. Bei pH 7 beträgt das Verhältnis Ammonium:Ammoniak 99:1. Bei einer Erhöhung auf pH 9 verändert sich das Verhältnis auf 70:30. Erhöhte Ammonium-/Ammoniakgehalte sind um so kritischer für die Fauna, je höher der pH-Wert liegt.

Wasserrelevanz:
Ammonium kommt üblicherweise nicht im Trink- oder Grundwasser vor. Ein Auftreten dieser Verbindung ist ein Indikator für Einflüsse durch Abwasser und Deponiesickerwasser. Anhand des Ammoniumgehaltes können Aussagen zum Verschmutzungsgrad und zur Gewässergüte getroffen werden.
Ammonium ist ein Produkt des Eiweiß- bzw. Aminosäureabbaus und somit ein geeigneter Indikator für die Einleitung nicht oder unzureichend gereinigter häuslicher und landwirtschaftlicher Abwässer. Ammonium wird von Bakterien unter Sauerstoffverbrauch zu Nitrit und weiter zu Nitrat oxidiert, was zu einer erheblichen Belastung des Sauerstoffhaushalts führen kann. Sowohl Ammonium als auch Nitrat können von Pflanzen als Stickstoffquelle verwertet werden. Im Grundwasser ist Ammonium in der Regel nicht anzutreffen. 
Gelangt Ammonium aus Kläranlagen, Düngemittelabschwemmungen ins Wasser, wird es dort unter Sauerstoffverbrauch durch Mikroorganismen zu Nitrat umgewandelt. Wasser kann durch Nitrifikation durch Mikroorganismen weitgehend von Ammoniak/Ammonium und Nitrit entgiftet werden.

Ammonium kann zum stark fischgiftigen Ammoniak reagieren. Da diese Umwandlung pH-Wert abhängig ist, sollten diese Parameter zusammen kontrolliert werden. In Düngemitteln, Abwässern der chemischen Industrie, Jauche und in kommunalen Kläranlagen kann der Verschmutzungsindikator Ammonium aufgespürt werden. Ein positiver Ammoniumnachweis in Kläranlagenwasser ist ein deutliches Zeichen für deren ungenügende Klärleistung. Stark belastete Gewässer weisen einen Ammoniumgehalt von über 20 mg/l auf; gering belastete liegen bei unter 0,1 mg/l.